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Seeurne mit Möwenmotiv auf einem Podest
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Seebestattung ab Dortmund organisieren

Nordsee oder Ostsee, mit Angehörigen an Bord oder still. Wir erklären, wie der Weg von Dortmund an die Küste abläuft, was er kostet und woran Sie vor der Entscheidung denken sollten.

Was eine Seebestattung ist

Bei einer Seebestattung wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne von Bord eines Schiffes zu Wasser gelassen. Der Kapitän hält eine kurze Ansprache, die Schiffsglocke läutet, das Schiff umrundet die Stelle. Danach erhalten die Angehörigen eine Seekarte mit den genauen Koordinaten.

Zwei Dinge gehören zwingend dazu. Erstens die Einäscherung: Eine Seebestattung ist immer eine Feuerbestattung. Zweitens ein ausgewiesenes Seegebiet. Die Beisetzung findet außerhalb der Badezonen statt und muss über eine zugelassene Reederei laufen.

Was nicht bleibt, ist ein Grab. Es gibt keinen Grabstein, keine Grabnummer und keine Grabpflege. Für viele Familien ist genau das der Grund. Für andere ist es der Punkt, an dem sie sich am Ende doch anders entscheiden.

Urne mit Blumenschmuck vor der Trauerfeier

Warum Dortmunder Familien das Meer wählen

Dortmund liegt rund 300 Kilometer vom nächsten Meer entfernt und hat trotzdem eine lange Verbindung zum Wasser. Der Dortmunder Hafen ist der größte Kanalhafen Europas. Über Generationen haben Familien hier vom Kanal gelebt, als Binnenschiffer, als Hafenarbeiter, als Schlosser auf der Werft.

Wir hören den Wunsch nach einer Seebestattung am häufigsten von drei Gruppen. Von Menschen, die zur See gefahren sind oder am Kanal gearbeitet haben. Von Familien, die jeden Sommer an die Nordsee gefahren sind, nach Norddeich oder auf die Inseln. Und von Menschen, die ausdrücklich keinen Grabstein möchten, weil niemand sich um ihn kümmern soll.

  • Keine Grabpflege und keine Folgekosten
  • Keine Friedhofsgebühren der Stadt Dortmund
  • Gut geeignet, wenn die Kinder weit weg wohnen
  • Trauerfeier bleibt trotzdem in Dortmund möglich
Schritt für Schritt

Der Weg von Dortmund an die Küste

Sie müssen für keinen dieser Schritte selbst an die Küste fahren. Nur wenn Sie bei der Beisetzung an Bord sein möchten, kommt die Fahrt dazu.

  1. Erster Anruf und Überführung. Sie rufen uns an, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir holen den Verstorbenen ab, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zuhause, im gesamten Stadtgebiet von Hörde bis Mengede.
  2. Formalitäten und Sterbeurkunden. Wir melden den Sterbefall beim zuständigen Standesamt in Dortmund an und beschaffen die Sterbeurkunden in der Anzahl, die Sie für Versicherungen, Rente und Bank brauchen.
  3. Zweite ärztliche Leichenschau. Vor jeder Einäscherung schreibt § 15 Abs. 1 BestG NRW eine zweite ärztliche Untersuchung vor. Das Gesundheitsamt veranlasst sie, wir organisieren den Termin.
  4. Trauerfeier in Dortmund. Auf Wunsch halten wir die Feier hier, bevor die Urne zur Küste geht. So können alle Gäste dabei sein.
  5. Einäscherung. Die Asche kommt anschließend in eine wasserlösliche Seeurne aus Salz, Sand oder Zellulose.
  6. Versand zur Reederei. Wir schicken die Urne an die Reederei im gewünschten Hafen und stimmen den Termin für die Ausfahrt ab.
  7. Beisetzung auf See. Die Ausfahrt dauert je nach Hafen zwei bis vier Stunden. Bis zu zehn Angehörige können in der Regel mitfahren.
  8. Seekarte. Einige Tage später kommt die Seekarte mit den Koordinaten, dem Datum und der Uhrzeit bei Ihnen an.
Was Sie selbst erledigen müssen: nichts davon. Wir übernehmen die Behördenwege, den Kontakt zum Krematorium und die Abstimmung mit der Reederei. Sie entscheiden über Hafen, Meer, Termin und darüber, wer mitfährt.
Drei Formen

Begleitet, still oder gemeinsam

Der Unterschied liegt darin, ob Angehörige an Bord sind und ob das Schiff nur für Ihre Familie ausfährt. Daran hängt auch der Preis.

Begleitete Seebestattung

Das Schiff fährt allein für Ihre Familie aus. Bis zu zehn Angehörige sind an Bord, bei größeren Schiffen mehr. Raum für Musik, Blumen und ein paar eigene Worte. Die Gebühr der Reederei liegt bei etwa 2.500 Euro.

Stille Seebestattung

Die Besatzung führt die Beisetzung ohne Angehörige durch, würdevoll und mit Glocke. Sie bekommen die Seekarte trotzdem. Diese Form kostet etwa 500 Euro und ist für Familien gedacht, die die Fahrt nicht schaffen.

Gemeinschaftliche Beisetzung

Mehrere Urnen werden auf derselben Ausfahrt beigesetzt. Es gibt keinen eigenen Termin und keine Auswahl des Meeres. Die günstigste Form, wenn der Ort wichtiger ist als der Rahmen.

Richtwerte für die Gebühr der Reederei, Stand Oktober 2026. Die Leistungen unseres Hauses und die Gebühren des Krematoriums kommen dazu.
LeistungGemeinschaftlichStillBegleitet
Angehörige an Bordneinneinja
Wahl des Meeresneinjaja
Eigener Terminneinjaja
Eigene Ausfahrtneinjaja
Worte und Musik an Bordneinneinja
Trauerfeier vorher in Dortmundmöglichmöglichmöglich
Seekarte mit Koordinatenjajaja
Grabpflegekeinekeinekeine
Nordsee und Ostsee

Häfen an Nordsee und Ostsee

Die Wahl des Hafens ändert am Preis der Reederei nichts. Sie richtet sich nach der Verbindung, die Ihre Familie zu einem Ort hat.

Nordsee

Wir arbeiten mit Reedereien in Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven, Norddeich, Wilhelmshaven, Hooksiel und Emden. Dazu kommen die Inselhäfen List auf Sylt, Hörnum und Helgoland. Von Dortmund aus ist Emden mit rund 270 Kilometern am nächsten, Cuxhaven mit rund 330 Kilometern das häufigste Ziel.

Die Nordsee hat den stärkeren Seegang. Wer leicht seekrank wird, sollte das einplanen oder sich für die Ostsee entscheiden.

Ostsee

Möglich sind Kiel, Travemünde, Eckernförde, Flensburg, Wismar, Warnemünde, Kühlungsborn, Stralsund, Sassnitz sowie Häfen auf Rügen und Usedom. Von Dortmund sind es nach Travemünde rund 430 Kilometer.

Die Ostsee ist ruhiger, die Ausfahrten sind meist kürzer. Für ältere Angehörige ist sie oft die angenehmere Wahl.

Mittelmeer und Ausland

Über Partnerreedereien sind Beisetzungen im Mittelmeer möglich, etwa vor Mallorca, Barcelona oder der italienischen Küste. Die Einäscherung findet vorher in Deutschland statt. Rechnen Sie mit mehreren Wochen zusätzlicher Vorlaufzeit.

Was nicht geht

Flüsse, Kanäle und Binnenseen sind ausgeschlossen. Eine Beisetzung in der Ruhr, in der Emscher, im Dortmund-Ems-Kanal oder im Phoenix-See ist nicht erlaubt, auch nicht in einer wasserlöslichen Urne.

Trauerhalle mit Kerzen vor einem großen Waldmotiv

Eine Feier in Dortmund, eine Beisetzung an der Küste.

Damit auch die Menschen Abschied nehmen können, die nicht mit zur See fahren, halten wir die Trauerfeier vorher hier.

Rechtslage

Die Rechtslage in Nordrhein-Westfalen

Das Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen regelt in § 15 Abs. 5, dass das versiegelte Behältnis mit der Totenasche auf einem Friedhof oder auf See beigesetzt werden muss. Die Seebestattung ist damit keine Grauzone, sondern eine im Gesetz ausdrücklich genannte Form.

Zwei Fristen sollten Sie kennen. Nach § 13 Abs. 3 BestG NRW muss die Einäscherung innerhalb von zehn Tagen nach dem Tod erfolgen. Die Asche ist innerhalb von sechs Wochen beizusetzen. Weil ein Termin auf See häufig später liegt, beantragen wir bei der örtlichen Ordnungsbehörde eine Verlängerung dieser Frist. Das Gesetz sieht sie ausdrücklich vor und sie wird regelmäßig erteilt.

Der Wille des Verstorbenen

Eine Seebestattung setzt voraus, dass der Verstorbene sie gewollt hat. Schriftlich festgehalten ist das der klarste Fall. Liegt nichts vor, bestätigen die nächsten Angehörigen den Wunsch gegenüber der Reederei.

Wir empfehlen, diese Form zu Lebzeiten festzuhalten. Nicht wegen der Behörden, sondern wegen der Familie: Eine Bestattung ohne Grab ist leichter zu tragen, wenn alle wissen, dass sie gewollt war. Mehr dazu auf unserer Seite zur Bestattungsvorsorge.

Kosten

Was eine Seebestattung ab Dortmund kostet

Die Summe setzt sich aus drei Teilen zusammen. Wir legen alle drei vorab schriftlich offen, bevor Sie etwas entscheiden.

1. Leistungen unseres Hauses

Überführung, Versorgung, Sarg für die Einäscherung, Behördenwege, Sterbeurkunden und die Abstimmung mit der Reederei. Unsere Pakete beginnen bei 2.500 Euro für eine einfache Feuerbestattung.

2. Krematorium und zweite Leichenschau

Bei uns rechnen Sie ab 610 Euro Zusatzkosten gegenüber einer Erdbestattung. Darin enthalten sind die Gebühren des Krematoriums, die zweite ärztliche Untersuchung nach § 15 BestG NRW und der Versand der Aschenurne zur Reederei.

3. Gebühr der Reederei

Eine Beisetzung mit Angehörigen an Bord liegt bei etwa 2.500 Euro. Eine stille Beisetzung ohne Begleitung kostet etwa 500 Euro. Diese Preise gelten unabhängig davon, ob Sie Nordsee oder Ostsee wählen. Die Seeurne selbst beginnt bei rund 250 Euro.

Was wegfällt

Friedhofsgebühren der Stadt Dortmund entstehen nicht. Zum Vergleich: Eine Urnenbeisetzung auf einem Dortmunder Friedhof kostet rund 575 Euro Beisetzungsgebühr, dazu die Nutzungsgebühr für die Grabstätte über 20 oder 25 Jahre. Auch Grabstein, Bepflanzung und Grabpflege fallen weg. Über die gesamte Ruhezeit gerechnet ist die Seebestattung deshalb häufig die günstigere Form.

Eine stille Seebestattung mit einfacher Feier liegt insgesamt meist zwischen 3.600 und 4.200 Euro. Mit begleiteter Ausfahrt und größerer Trauerfeier kommen Sie auf etwa 5.500 bis 6.500 Euro. Das sind unverbindliche Richtwerte, keine Festpreise.

Preise selbst zusammenstellen: Im Kostenkalkulator wählen Sie Bestattungsart, Urne und alle Extras. Sie sehen die Summe sofort und können die Übersicht als PDF speichern.
Zeitplan

Termine, Wetter und Vorlaufzeit

Zwischen der Einäscherung und der Ausfahrt liegen meist vier bis sechs Wochen. Die Reedereien fahren nach festen Plänen und nicht jeden Tag.

Im Winter fallen Termine wetterbedingt häufiger aus. Zwischen November und März sollten Sie damit rechnen, dass eine Ausfahrt kurzfristig verschoben wird. Planen Sie das ein, wenn Familie aus der Ferne anreist oder Urlaub nehmen muss.

Wenn Sie an Bord sein möchten, buchen wir die Übernachtung nicht mit. Viele Familien fahren am Vorabend an die Küste und machen aus dem Abschied einen gemeinsamen Tag. Für die Rückfahrt nach Dortmund sollten Sie nicht denselben Abend einplanen.

Offen gesagt

Woran Sie vor der Entscheidung denken sollten

Wir beraten jedes Jahr Familien, die sich für die See entscheiden. Einige kommen im Gespräch davon ab. Drei Punkte sind es fast immer.

Es bleibt kein Ort zum Hingehen

Eine Seekarte an der Wand ist etwas anderes als ein Grab, an dem man an einem Sonntag eine Kerze anzünden kann. Manche Angehörige merken das erst Monate später. Wenn in der Familie jemand ist, dem ein Ort wichtig sein wird, sprechen Sie das vorher aus.

Nicht alle können mitfahren

Die Fahrt an die Küste und mehrere Stunden auf einem Schiff sind für gebrechliche oder sehr alte Angehörige oft zu viel. Die Trauerfeier in Dortmund löst das: Dort ist der Abschied für alle möglich, die Ausfahrt danach für die, die es schaffen.

Der Termin lässt sich nicht genau planen

Anders als eine Beisetzung auf dem Hauptfriedhof hängt die Ausfahrt vom Fahrplan der Reederei und vom Wetter ab. Wer einen festen Tag braucht, etwa wegen anreisender Familie, ist mit einem Urnengrab oder einem Baumplatz besser beraten.

Eine Zwischenlösung, die wir oft vorschlagen: ein pflegefreies Urnengrab oder ein Rasengrab auf dem Friedhof im eigenen Stadtteil. Es kostet Gebühren, nimmt aber keine Arbeit mit sich. Mehr dazu unter Anonym und pflegefrei und in unserem Beitrag zu den Friedhöfen in Dortmund.

Häufige Fragen

Was Angehörige dazu fragen

Wie weit ist die nächste Küste von Dortmund entfernt?

Nach Cuxhaven sind es rund 330 Kilometer, nach Kiel rund 440, nach Travemünde rund 430. Mit dem Auto rechnen Sie je nach Hafen mit drei bis viereinhalb Stunden. Sie müssen diese Strecke nur fahren, wenn Sie bei der Beisetzung an Bord sein möchten.

Die Urne selbst fahren Sie nicht. Wir versenden sie an die Reederei und stimmen den Termin mit ihr ab.

Können wir die Trauerfeier in Dortmund halten?

Ja. Die meisten Familien machen genau das. Die Feier findet vor der Ausfahrt in Dortmund statt, in einer Friedhofskapelle, in der Kirche oder an einem freien Ort. So können auch die Gäste Abschied nehmen, die nicht mit an die Küste fahren.

Auf dem Schiff selbst ist bei der begleiteten Beisetzung Raum für eine kurze Ansprache, Musik und Blumen. Eine vollständige Trauerfeier passt dort nicht hinein.

Wer darf mit an Bord?

In der Regel bis zu zehn Angehörige, bei größeren Schiffen mehr. Wer mitfährt, entscheidet die Familie. Die Reederei braucht die Namen und die Zahl der Gäste einige Tage vorher.

Denken Sie an feste Schuhe und warme Kleidung. Auf der Nordsee ist es auch im Sommer kühl und der Seegang kann deutlich sein.

Bekommen wir einen Nachweis über den Ort der Beisetzung?

Ja. Die Reederei stellt eine Seekarte aus. Darauf sind die Position mit Längen- und Breitengrad, das Datum und die Uhrzeit eingetragen. Dazu kommt ein Auszug aus dem Logbuch.

Viele Familien rahmen diese Karte. Sie ist das, was anstelle eines Grabsteins bleibt.

Ist eine Seebestattung in Deutschland erlaubt?

Ja. Nach § 15 Abs. 5 des Bestattungsgesetzes Nordrhein-Westfalen ist die Asche auf einem Friedhof oder auf See beizusetzen. Die See ist damit die eine Ausnahme vom Friedhofszwang, die das Gesetz ausdrücklich nennt.

Erlaubt ist sie nur in ausgewiesenen Seegebieten und nur über eine zugelassene Reederei. Eine Beisetzung im Dortmund-Ems-Kanal, in der Ruhr oder im Phoenix-See ist nicht möglich.

Können wir die Stelle später besuchen?

Ja. Die meisten Reedereien bieten Gedenkfahrten zu den Koordinaten an, häufig einmal im Jahr. Auch mit einem normalen Ausflugsschiff kommen Sie in die Nähe.

Ein Ort an Land, an den Sie an einem Dienstagabend spontan gehen können, bleibt dabei nicht. Das ist der Punkt, an dem Angehörige am häufigsten ins Zweifeln kommen. Wir sprechen ihn im Beratungsgespräch von uns aus an.

Wie lange dauert es, bis sich die Seeurne auflöst?

Eine Urne aus Salz oder Sand löst sich innerhalb weniger Stunden auf. Sie sinkt zunächst ab und zerfällt dann vollständig. Es bleibt nichts zurück, was die Umwelt belastet.

Geht eine Seebestattung auch im Mittelmeer?

Ja, über Partnerreedereien an der Mittelmeerküste. Rechnen Sie mit einer längeren Vorlaufzeit und höheren Kosten für den Versand der Urne. Die Einäscherung findet vorher in Deutschland statt, nach deutschem Recht.

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Sprechen Sie mit uns, bevor Sie sich festlegen.

Wir erklären jede Möglichkeit und sagen offen, was sie kostet. Das Beratungsgespräch ist kostenfrei und verpflichtet zu nichts.